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Green Responsibility

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Treibhausgaskompensation


von Karsten Muuß



Der Begriff Klimawandel ist in aller Munde und irgendwie macht sich dann doch etwas Furcht breit. Was, wenn die Wissenschaft wirklich Recht hat mit den Szenarien über abschmelzende Polkappen, steigenden Meeresspiegel, Unwetterereignisse und Dürreperioden? Was kann man tun, oder besser gesagt, was kann jeder einzelne tun? Oder müssen wir ohnmächtig zuschauen und hoffen? Nein, natürlich kann jeder etwas dazu beitragen, dass uns die Welt wie wir sie heute kennen noch lange erhalten bleibt!

 

Der Klimawandel wird durch Treibhausgase verursacht. Das sind kleinste Bestandteile der Luft (Moleküle). Scheint die Sonne nun auf die Erde oder die Gewässer, so erwärmen sich diese. Sie geben aber auch Wärme wieder ab. Genau diese Wärme wird durch die Treibhausgase wieder reflektiert und kann nicht in das Weltall entweichen. Sie bleibt auf der Erde und heizt sie immer mehr auf. Dieser Vorgang ist nicht von vorneherein schlecht. Er ermöglicht zunächst überhaupt das Leben auf der Erde, da ohne Treibhausgase  alle Wärme wieder ins Weltall entweichen würde und die Erde sehr kalt wäre. Doch bewirkt die Menge und der rapide, durch den Menschen verursachte Anstieg an Treibhausgasen heutzutage den Klimawandel.

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist das wichtigste Treibhausgas. Es wird bei der Verbrennung zur Energiegewinnung freigesetzt. Fahren wir also Auto oder machen eine Flugreise, so wird sehr viel CO2 durch unsere Mobilität ausgestoßen. Aber sollten wir nun ganz darauf verzichten, uns fortzubewegen? Nein! Natürlich ist vermeiden besser, aber man kann auch kompensieren! Unter Kompensation versteht man, dass die Menge an CO2, die ich durch meine Flugreise erzeuge, anderswo eingespart wird. „Ablasshandel“, „Greenwashing“ wird einem dazu gleich einfallen. Doch betrachten wir diese Instrumente der Treibhausgaskompensation etwas näher: Inzwischen gibt es viele Unternehmen (auch in Bremen), die sich auf solche Kompensationen spezialisiert haben. Wenn ich nun meine Flugreise kompensieren möchte, so muss zunächst der Produkt Carbon Footprint (PCF) der Flugreise berechnet werden. Hierbei wird der Ausstoß von CO2 sowohl vom Flug ansich, als auch zum Beispiel von der der Herstellung und der Beschaffung der Materialien, aus dem das Flugzeug besteht, berücksichtigt. Erst jetzt nach der Berechnung weiß ich, wie viel ausgestoßenes CO2 ich kompensieren muss.

 

Hierfür bieten die Unternehmen sogenannte Zertifikate aus Offset-Projekten an. Die Reduktion von Treibhausgasen kann hier beispielsweise durch die effizientere Gestaltung eines Prozesses oder die Verwendung weniger CO2-intensiver Energiequellen erfolgen. Zwingend ist nur, dass diese Maßnahme zusätzlich zum sonstigen Vorgehen ist. Beispielsweise der Aufbau regenerativer Stromerzeugung, wo sonst ein Kohlekraftwerk entstehen würde. Meist sollen Offset-Projekte auch noch zusätzlich zu den Emissionsreduktionen ökonomische, soziale und ökologische Vorteile bringen. Der Investor leistet also finanzielle Hilfe, einen Technologietransfer und erhält im Gegenzug Zertifikate über Treibhausgasemissionen, die durch das Projekt eingespart werden. Diese Zertifikate können nun durch mich gekauft und zur Kompensation meiner Flugreise herangezogen werden.

 

Doch woher weiß ich, dass mein Geld auch dafür eingesetzt wird, wofür ich bezahlt habe? Die Zertifikate werden durch Standards gekennzeichnet. Wenn man hier auf hochstehende Standards, wie zum Beispiel den Goldstandard vom WWF, achtet, so kann man auch sicher sein, dass das Geld auch wirklich in dem benannten Projekt ankommt und nicht durch Korruption oder dunkle Kanäle in den Taschen skrupelloser Investoren landet. Neuste Studien belegen, dass im Grunde alle Unternehmen in Deutschland solche Zertifikate anbieten, die bestimmten Standards entsprechen und somit glaubwürdig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

 

Fazit: Vermeiden oder verringern wäre besser! Das muss ganz klar gesagt sein. Doch ich muss nicht unbedingt auf meine Flugreise verzichten. Ich kann durch einige Euro mehr die Emissionen kompensieren und leiste unter Umständen sogar noch einen sozialen Beitrag, indem ich in Entwicklungsländern neue Technologien fördere. Was will man mehr? Und auch wenn es nur ein kleiner Ansatz ist: Besser etwas tun, als gar nichts!

 

Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, sollte sich einmal Al Gores Film “Eine unangenehme Wahrheit” ansehen, einen Trailer dazu findet ihr hier:

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