Thema des Monats: Think global – Eat local! Ein Gastbeitrag von paso.cc

© paso.cc

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Der Slogan „Think global – Eat local“ ist in aller Munde (Denk global – Iss lokal). Die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre (unter anderem: BSE, Gammelfleisch, Dioxin) haben uns verdeutlicht, dass die Massentierhaltung und der Anbau von genmanipulierten Lebensmitteln nicht der Weg zum Erfolg sind. Der ein oder andere wird dem nicht ganz zustimmen, mit dem Verweis auf die globalen Hungersnöte und dem weltweiten Bedarf an Nahrungsmitteln. Doch es gibt einen Weg, um eine gerechte Verteilung von Lebensmitteln und fairen Handel zu unterstützen und der fängt bei der Wahl der Produkte an.

Die Produktvielfalt im Supermarkt ist riesig und oft fällt es schwer, lokale von importierten Produkten zu unterscheiden. Da stehen schon mal gerne 25 unterschiedliche Marmeladen aus fünf verschiedenen Ländern im Regal. Weder der Preis (weil subventioniert) noch der Name geben Aufschluss über die Herkunft. Doch aufgepasst: bei gleichem Preis  muss bei den importierten Gütern an irgendetwas gespart worden sein, da sowohl die Zwischenhändler bezahlt als auch die Transportkosten gedeckt werden müssen. Oft ist dann die Qualität der variierende Faktor und vermeintliche Gütesiegel, wie „aus kontrolliertem Anbau“ täuschen über den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln hinweg. Kontrollierter Anbau ist nämlich auch, wenn der Landwirt „kontrolliert“ Chemikalien auf seinem Feld einsetzt.

Ein weiteres Beispiel zum Thema „blind vertrauen“ ist der PR-geschürte Irrglaube, dass Markenprodukte „besser“ sind als „No-Name-Waren“. Markenprodukte stehen im Supermarktregal oft auf Augenhöhe, da sich mit ihnen mehr Geld machen lässt und sie haben gegenüber Eigenmarken oft ein besseres Image, da mehr Geld in die Werbung gesteckt wird. Aber wenn man mal darüber nachdenkt, schmeckt beispielsweise das Mineralwasser aus der Region mindestens genauso gut, wie das aus der Südschweiz und der Mehrpreis ist ungerechtfertigt. Es zählt, was in dem Nahrungsmittel steckt und nicht, wie schön es verpackt ist.

Der Blick aufs Etikett verschafft da Klarheit. Sowohl die Zutaten als auch das Ursprungsland der Ware müssen in Deutschland genauestens angegeben werden. Und die Vorteile von lokalen Lebensmitteln liegen auf der Hand:

Beim Kauf lokaler Produkte werden nicht nur Transportabgase vermieden, sondern auch die heimische Wirtschaft unterstützt. Das Geld bleibt in der Region und fließt nicht in globale Unternehmen, die überwiegend gewinnorientierte Produktionsmethoden pflegen. Zudem sind die Lebensmittel aus der eigenen Region gesünder und frischer, da sie nicht konserviert werden müssen, um den Transport und die Lagerung zu überstehen. In vielen Fällen kann man sich sogar die Anbaufläche / Bauernhof anschauen, wo die Nahrungsmittel erzeugt werden und sich direkt über die Anbaumethoden informieren.

Apropos gesund: Der Einsatz von genmanipuliertem Saatgut, Pestiziden und chemischen Düngemittel ist im Ausland oft an der Tagesordnung, um den angestrebten Ertrag zu gewährleisten und den größtmöglichen Profit zu erzielen. Die Gesundheit und der Umweltschutz spielen da nur die „zweite Geige“. In Deutschland hingegen sind die Anbaumethoden stärker geregelt und die Produkte unterliegen regelmäßigen Kontrollen. Gleiches gilt für die Nutztierzucht. All die Wachstumshormone und sonstige Präparate, die den Tieren zum schnelleren Wachstum gespritzt werden, gelten in Deutschland als „No-Go“!

Wenn man sich erst einmal bewusst wird, was so alles an gesundheitsgefährdenden Geschmacksverstärkern, Farb- und Konservierungsstoffen im Essen steckt, dann sehnt man sich nach einem leckeren Gericht von Muttern mit frischen Zutaten vom Wochenmarkt.

Stichwort Wochenmarkt. Das ist der „Place-To-Be“, wenn es um lokal erzeugte Lebensmittel geht, da die Landwirte, Schlachter, Imker und sonstige Händler aus der Region dort ihre Produkte direkt an den Endverbraucher verkaufen.

Wem das frühe Aufstehen und das „Wochenmarktgetreibe“ nicht zusagen, der kann sich im Hofladen, im Reformhaus oder im Supermarkt („Produkte aus der Region“) mit lokalen Produkten eindecken. Oder einfach selbst Obst und Gemüse anbauen – das Internet verrät wie!

Ebenso gibt es mittlerweile immer mehr Restaurants, die ihre Lebensmittel regional beziehen und saisonale Kost anbieten. Frische Kirschen im Winter sind lecker zu Vanilleeis, aber auch die absoluten Klimakiller, da sie von irgendwo auf der Welt importiert wurden. Und apropos importiert: wer im Urlaub nicht auf sein Nutella und die heimische Hopfenmalzschorle verzichten mag, dem legen wir ans Herzen, die lokalen Leckerbissen einfach mal zu probieren. All die neuen Gerüche und Essenzen warten förmlich nur darauf, entdeckt zu werden.

Und wer im Ausland von einem zum nächsten internationalen Fastfood-Restaurant hüpft, um sich vor einer Lebensmittelvergiftung und anderen Infektionskrankheiten (Hepatitis, usw.) zu schützen, den können wir besänftigen: Sofern das Essen gut durchgekocht /-gegart bzw. desinfiziert ist, kann nichts mehr passieren. Auch rohes Obst und Gemüse kann bedenkenlos vernascht werden, sofern es geschält oder gründlich gereinigt wurde (Achtung bei verunreinigtem Leitungswasser: dieses erst abkochen oder Trinkwasser aus Flaschen benutzen!). Also, nichts wie raus aus der Frittenbude mit „Glutamat-Burger“ und „Maissirup-Brause“ und hin zum Markt an der Ecke; der Gesundheit und der Natur zur Liebe!

Fazit: Beim Kauf lokal erzeugter Lebensmittel bleibt das Geld in der Region, sorgt für eine gerechte und angemessene Vergütung der Erzeuger und verhindert, dass „Global Player“ den ausländischen Landwirten Preise und schädliche Anbaumethoden diktieren können. Auf lange Sicht zerstört dies nämlich die Lebensgrundlage der Erzeuger (Böden) und führt somit zu Nahrungsmittelengpässen. Daher sollte die erste Wahl auf Produkte aus der Region fallen und natürlich saisonale, denen man vertraut und die „ehrlich“ produziert wurden. Einen Link zu einer Übersicht der Hofläden und Reformhäuser in Deutschland finden Sie auf unserer Homepage (www.paso.cc) und das Internet hält weitere Informationen diesbezüglich für Sie bereit. Think global – eat local & be healthy!

Ein Gastbeitrag von Patrick Grossmann und Sonja Heydorn. Beide befinden sich seit 7 Monaten auf einer Weltreise für den guten Zweck. Sie promoten nachhaltige Lebensführung mit Hilfe von Comics, bieten nützliche Alltagstips und leisten echte Pionierarbeit. Lesen Sie mehr über die beiden Weltenbummler im Interview am 26.7.

 

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