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Green Responsibility

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Klimafreundlich mobil – auch ohne eigenen PKW


von GR



© Rainer Sturm / pixelio.de

© Rainer Sturm / pixelio.de

Kundentermine, Einkaufsfahrten, Urlaubsreisen – Autos sind sowohl für berufliche als auch private Zwecke aus der Industriegesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dieser Luxus wirkt sich allerdings auf unsere Umwelt aus: 19 Prozent der deutschlandweiten CO2-Emissionen entfallen auf den Verkehr. Natürlich gibt es Alternativen wie Elektromobilität. Leider ist die Technologie in diesem Bereich aber noch nicht ausgereift und das Tankstellennetz nicht flächendeckend. Wir haben uns einmal umgeschaut, welche Möglichkeiten es neben öffentlichen Verkehrsmitteln noch gibt, um auch ohne eigenen PKW mobil zu bleiben und dabei Klima und Geldbeutel zu schonen.

 

Wer eine weitere Strecke zurücklegen muss und nicht Zug fahren möchte, kann zum Beispiel eine der zahlreichen im Internet angebotenen Mitfahrgelegenheiten in Anspruch nehmen. Bekannte Anbieter sind unter anderem www.mitfahrgelegenheit.de und www.mitfahrzentrale.de. Dort werden nach Eingabe des gewünschten Start- und Zielorts verschiedene Personen angezeigt, die am gewünschten Datum die gewünschte Strecke mit dem Auto fahren und noch Kapazitäten haben. Gegen eine vorher festgelegte Spritbeteiligung können Interessierte sich dann einen der noch offenen Plätze reservieren. Neben dem Umweltaspekt durch die volle Belegung und daraus resultierend weniger Autos auf den Straßen gibt es noch einen Vorteil: Man lernt oft interessante Menschen kennen, auf die man sonst nicht treffen würde.

 

Das Gründerteam von deinbus.deNoch umweltfreundlicher ist die Reise per Bus. Das noch junge Unternehmen Yourbus hat sich darauf spezialisiert, Menschen zusammenzubringen, die zur selben Zeit dieselbe Strecke fahren wollen. Interessierte können den gewünschten Termin sowie Start- und Zielort auf der Internetseite www.deinbus.de eingeben. Sobald sich ausreichend Mitreisende gefunden haben, findet die Fahrt statt. Dass diese Transportalternative großes Potenzial mit sich bringt, signalisiert die Deutsche Bahn mit ihrer Klage gegen das Unternehmen. Angeblich verstoße die Busmitfahrzentrale gegen das Gesetz für unlauteren Wettbewerb. Dadurch will das Großunternehmen dem kleinen Start-up den Wind aus den Segeln nehmen. Man darf gespannt sein, wie dieser Rechtsstreit ausgeht. Spiegel Online hat hierzu einen ausführlichen Artikel geschrieben.

 

Ein weiteres innovatives und sehr interessantes Mobilitätskonzept ist Car2Go der Daimler AG, welches zunächst nur in Ulm, bald auch in Hamburg, angeboten wird. Nach Anmeldung auf der Internetseite www.car2go.com müssen Interessierte die offizielle Registrierungsstelle im Car2Go-Shop in Ulm besuchen. Dort bekommen sie für 19 Euro ein Siegel auf den Führerschein geklebt, welches Zugriff auf über 200 Smart fortwo cdi im Stadtgebiet gewährt. Diese können über die Internetseite oder das Smartphone geortet werden. An einem beliebigen Ziel angekommen, kann der PKW einfach abgestellt werden. Der Service kostet pro Minute 19 Cent, pro Stunde werden maximal 9,90 Euro fällig. Eine ähnliche Idee verfolgt das in Bremen ansässige Carsharing-Unternehmen Cambio. Hier sind die Tarife etwas anders und die Fahrzeuge können nur an speziellen Parkplätzen abgeholt und müssen auch dort wieder abgestellt werden. Dafür vermietet Cambio aber nicht nur PKW, sondern auch Kleintransporter.

 

Mit Sicherheit gibt es noch etliche ähnliche Modelle, Projekte und Ideen. Schreiben Sie uns in den Kommentaren, welche Anbieter Sie kennen und was Sie von den verschiedenen Möglichkeiten halten.



3 Kommentare

  1. Jean K. sagte am 19. Januar 2011 um 10:13

    Car2go ist ein sehr interessantes und innovatives Mobilitätskonzept. Allerdings nicht für den Umweltschutz sondern vor allem für den Daimler Konzern.
    Das Konzept kann nicht mal als Carsharing im eigentlichen Sinne angesehen werden. Dazu bedarf es einer „fahrleistungsabhängigen Kilometerkomponente als auch aus einer Zeitkomponente“. Mit Car2go schafft Daimler eine Möglichkeit ein Auto „flatrateartig“ zu nutzen und dabei sich ein grünes Gewissen zu erkaufen. Die Kilometer werden damit dennoch abgefahren, wie vorher auch. Flächenverbrauch der Straßen und Benzinverbrauch bleiben konstant.
    Durch Car2go kann der Verkehr sogar noch anwachsen weil Kurzstrecken die sonst mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt worden sind plötzlich mit einem Auto aus dem Car2go Fuhrpark genutzt werden.
    Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung hat sich dort ein tolles Konzept von Daimler andrehen lassen, was leider nicht den Kriterien für Carsharing (vgl. Bundesverband CarSharing e. V) standhalten kann.
    Nachhaltiges Wachstum gibt es leider nicht, von dieser Illusion sollten wir uns verabschieden. Nur ein Verzicht führt zu einem nachhaltigen Schutz der Umwelt.
    Car2go ist eine geniale Entwicklung von Daimler um jungen Menschen, welche keine emotionale Bindung mehr zum Auto haben, eine „Einstiegsdroge“ zu verpassen um sie doch zum Autokauf zu bewegen.
    Darüberhinaus decken die kleinen 2-Sitzer nicht den Mobilitätsbedarf eines durchschnittlichen Haushalts ab was bedeutet, dass kaum Menschen ihr Auto zugunsten von Car2go aufgeben werden. Wodurch der Nutzen für die Umwelt noch fragwürdiger wird.

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  2. Lüder Brüggemann sagte am 19. Januar 2011 um 13:36

    Vielen Dank für Ihren kritischen Kommentar. Ich bin Ihrer Meinung, wenn Sie sagen, dass ein Verzicht auf PKW die Umwelt mehr schützen würde. Ich glaube aber nicht, dass durch Car2Go mehr gefahren wird, sondern hoffe, dass einige Menschen ihr eigenes Auto (welches vielleicht einen hohen Verbrauch hat) stehen lassen und dafür zu einem der sparsamen Smart greifen. Noch besser wäre natürlich eine aus Elektroautos bestehende Fahrzeugflotte.

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  3. Harald sagte am 20. Januar 2011 um 11:17

    Das Daimler Projekt sehe ich auch kritisch. Es ist im Endeffekt doch nur ein Marketing Gag. Wie passt es denn zusammen sich in so einem Bereich zu positionieren, gleichzeitg aber immer dicker und größere Modelle zu bauen die so weit von einer nachhaltigen Verkehr entfernt sind wie der Mars zur Erde. Genauso die BlueEfficeny Modelle. Wer einem Mercedes R 300 CDI mit >200 g CO2 Emission und einem Verbrauch von über 7,8 l das BlueEfficeny Label “Ich bin grün und umweltfreundlich” anhaftet der macht sich doch lächerlich. Ein kleiner Smart ok, das macht Sinn. Aber dick, protzig, teuer, fett, bequem und trotzdem total umweltfreundlich. Das passt meiner Meinung gar nicht zusammen. Und das car2go Projekt in Ulm ist zwar eine tolle Idee, rechnet sich wirtschaftlich aber gar nicht. Und die Preise die für Hamburg geplant sind, machen die Sache dann schon wieder unattraktiv. (19 EUR die Stunde)

    Der Trend geht doch weg vom Auto. Wer in einer deutschen Großstadt lebt und von Parkplatzsuche, quälendem Dauerstau, Umweltverschmutzung und hohen Kosten die Nase voll hat wird entweder auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen (Geht ohne Probleme) oder auf irgendwelche Carsharing Modelle. Oder eben Mitfahrgelegenheiten. Da komme ich heute auch sehr einfach von A nach B und das zudem unschlagbar günstig.

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