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Green Responsibility

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(Geförderte) Nachhaltigkeit im Bausektor auf dem Vormarsch


von Karsten Muuß



© Ian Britton / freephoto.com

© Ian Britton / freephoto.com

Nachhaltigkeit im Bausektor, wozu das denn? Zum Thema Nachhaltigkeit findet derzeit bei vielen Menschen ein Umdenken dahingehend statt, dass nicht mehr nur klassische Bereiche wie Nahrung, Kleidung, Verpackungsmaterialien (Stichwort: Glas- oder Plastikflachen) oder auch die derzeit aktuelle Diskussion um die Zukunft der Energieerzeugung in den Fokus rücken. Auch übergreifende Bereiche, die das gesamte private und öffentliche Leben betreffen, fließen seit geraumer Zeit in ein ganzheitliches Denken vieler Bürger, Geschäftsleute und Politiker mit ein. Diese ganzheitliche Denkweise findet sich inzwischen in Lebensbereichen wie dem eigenen Wohnzimmer, dem eigenen Arbeitsplatz, aber auch bezogen auf öffentliche Einrichtungen, wie Schulen, Sporthallen und Ämter, statt. All diese Orte haben einen gemeinsamen Nenner: Wir befinden uns stetig in geschlossenen Räumen anstatt unter freiem Himmel. Innerhalb dieser privaten, geschäftlichen oder öffentlichen vier Wände findet derzeit – neben der Verwendung von erneuerbaren Energien – eine mindestens ebenso wichtige wie auch interessante Diskussion hinsichtlich der hierfür geeigneten Werk- und Baustoffe statt, die zum nachhaltigen Bauen von Gebäuden jeglicher Art notwendig sind. Gebäude machen einen Großteil unseres Lebens aus. Hier verbringen die meisten Menschen fast ihre gesamte täglich zur Verfügung stehende Zeit, inklusive der Schlafzeit! Ausgehend von diesem zentralen Gedanken, sich tagtäglich in Gebäuden aufzuhalten, entsteht automatisch der Informationsbedarf, welche Umweltauswirkungen von Gebäuden für Mensch und Umwelt eigentlich ausgehen.

 

Diesen Bedarf erkennen derzeit auch viele Unternehmen aus der Baubranche. Als Hilfsmittel zur Identifikation von Umweltauswirkungen der in den Bauprodukten befindlichen Substanzen werden sogenannte Umweltproduktdeklarationen (engl. = Environmental Product Declaration, kurz EPD genannt) erstellt. Hierbei handelt sich um ein genehmigungsbedürftiges Zertifikat, das produktbezogene Ökobilanz-Ergebnisse ausweist. Eine Ökobilanz ist ein international anerkanntes Instrument zur Analyse sämtlicher Umweltauswirkungen eines Produktes entlang seines gesamten Lebenswegs, von der Rohstoffgewinnung über die Herstellungsphase bis zur Entsorgung beziehungsweise Recycling eines Produktes (von der Wiege bis zur Bahre). Die Auswertung bezieht sich auf den produktbezogenen Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck), den Sommersmog (bodennahes Ozon), die Versauerung, die Überdüngung, den Energieaufwand, den Wasserverbrauch, das Abfallaufkommen und vieles mehr. Aufgrund der Analyse der produktbezogenen Auswirkungen auf diese unterschiedlichen Umweltbereiche entlang des Lebenswegs ergibt sich ein abgerundetes Umwelt-Profil für ein untersuchtes Produkt.

 

© Ian Britton / freephoto.com

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Eine EPD gibt somit zunächst eine Übersicht über die mit einem Werkstoff beziehungsweise Bauprodukt zusammenhängenden Auswirkungen. Für den Nutzer hat dies den Vorteil, transparente Information in die Hand zu bekommen. Weiterhin kann die Ökobilanz den Ausgangspunkt für Optimierungen des Produkts entlang des gesamten Lebenswegs bilden, was für den Verbraucher in der Anwendung zu erhöhter Wohnraum- und Luftqualität (beispielsweise durch verminderte Ausdünstung von chemischen Substanzen), zu gesundheitlicher Unbedenklichkeit über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus, sowie letztendlich zu qualitativ hochwertigeren Werkstoffen im Bauprodukt führen. Das wiederum kann einen geringeren Produktverschleiß, eine geringere Reparaturanfälligkeit und eine längere Lebensdauer nach sich ziehen.

 

Im Bereich der Baustoffe ist das Institut für Bauen und Umwelt (IBU) für die deutschlandweite Vergabe der EPD-Zertifikate zuständig. Um die Ergebnisse, die dem Institut von den unterschiedlichen Bauproduktherstellern vorgelegt werden, bewerten zu können, werden sogenannte externe Reviewer eingesetzt, die aufgrund mehrjähriger, intensiver Erfahrungen dazu in der Lage sind, die Ökobilanz-Ergebnisse, und somit den Inhalt der EPD-Berichte objektiv zu überprüfen.

 

Eigentliche Nutzer der auf diesem Wege erstellten und einzeln nachgeprüften EPDs sind Architekten und Planungsbüros. Sie nutzen diese nachweislich authentisch ausgewerteten Herstellerdaten, um die Umweltverträglichkeit von einzelnen Appartements bis hin zu ganzen Gebäudekomplexen zu bestimmen.

 

© Ian Britton / freephoto.com

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Derzeit besteht die Möglichkeit, Fördergelder für die Erstellung einer EPD zu erhalten. Hierzu können sich interessierte Baustoffhersteller und –verarbeiter oder interessierte Unternehmen, wie Händler oder Planungsbüros an Green-Responsibility-Mitglied brands&values wenden. Neben der reinen EPD-Erstellung bietet brands&values die Möglichkeit, alternativ verwendbare Werkstoffe zu identifizieren und diese auf Basis von Ökobilanzen mit den aktuell in einem Produkt verarbeiteten Baustoffen zu vergleichen. Private oder öffentliche Bauherren wenden sich bei Fragen bitte direkt an das IBU oder an den Architekten ihres Vertrauens.

 

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Sollten Sie Fragen zu der EPD-Erstellung und den Fördermöglichkeiten haben, so lautet Ihr Ansprechpartner vor Ort brands&values GmbH:

Tel.: +49 (421) 960 96-30

Web: http://www.brandsandvalues.com/

 

Institut für Bauen und Umwelt e. V. (IBU):

Tel.: +49 (2223) 29 66 79-0
Web: http://www.bau-umwelt.com



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