Klimabewusste Geldanlagen
von GR
Wer verreisen, ein Auto oder einen Computer kaufen will, der informiert sich vorab über Kataloge oder im Internet, fragt Freunde und Bekannte nach persönlichen Erfahrungen und studiert Produkttests. Das Ziel dahinter: alle möglichen Informationen sammeln, um das beste Produkt oder die optimale Dienstleistung auszuwählen. Nicht anders sollten Sie bei der Auswahl einer klimabewussten Geldanlagemöglichkeit vorgehen – daher haben wir nachfolgend eine Checkliste zusammengetragen.
1. Persönliche Bestandsaufnahme
Wie sehen Ihre derzeitigen Lebensumstände, wie Ihre Zukunftsplanung aus? Wollen sie eine größere Anlagesumme investieren oder regelmäßige Sparraten anlegen? Wie lange soll das Geld investiert werden? Welche Anlageformen haben Sie bereits, welche Risiken bei der Geldanlage können oder wollen Sie tragen?
Machen Sie einen Kassensturz, um Ihre persönlichen Anlagewünsche, Ihren Bedarf und Ihre Anlageziele richtig einschätzen zu können.
2. Auswahl des richtigen Produkttyps
Von den Antworten auf Frage 1) sowie von Ihrer persönlichen Risikoneigung und der Struktur Ihrer Geldanlagen hängt die Wahl des für Sie passenden Produkttyps für die Geldanlage ab. Dabei können Sie für jede gewünschte Anlagedauer auch eine ökologische Anlageform finden – vom jederzeit verfügbaren Tagesgeldkonto bis hin zu Langfristanlagen und Produkten für die Altersvorsorge.
3. Welche Anlagekriterien wollen Sie berücksichtigt wissen?
Sobald Sie den passenden Produkttyp ausgewählt haben, können Sie gezielt nach einem Anbieter suchen, der auch ökologische Kriterien berücksichtigt beziehungsweise im Klimaschutzbereich tätig ist. Fragen Sie den Anbieter aber vor Abschluss des Vertrages,
a. in welcher Branche er schwerpunktmäßig tätig ist beziehungsweise die angebotene Anlage investiert,
b. wie hoch sein Umsatz im Klimaschutzbereich ist beziehungsweise die der angebotene Anlage,
c. welche sonstigen Branchen- und Tätigkeitsschwerpunkte er beziehungsweise die in der Anlage enthaltenen Unternehmen haben oder
d. reicht es Ihnen aus, wenn der Anbieter nach dem „Best-in-Class“-Ansatz investiert?
4. Nach welchen Kriterien wählt das Management seine Investments aus?
Das sollten Sie insbesondere bei Investmentfonds oder sonstigen Anlagen überprüfen. Fragen Sie deshalb, ob der Anbieter
a. Negativkriterien bei der Anlageauswahl berücksichtigt, und wenn ja, welche?
b. Positivkriterien anwendet, und wenn ja, welche?
c. Alternativ können Sie auch fragen, in welche Fonds er investiert.
5. Wollen Sie ein lupenreines „klimabewusstes Investment“ erwerben oder reichen Ihnen ein paar „grüne Tupfer“?
Wer genau wissen will, wie „sauber“ beziehungsweise klimabewusst seine Geldanlage ist, sollte auch nachfragen, wie viel Prozent vom Monats- oder Jahresbeitrag tatsächlich nach den unter Punkt 3) und 4) genannten Kriterien investiert wird – und wie sich dieses ökologisch investierte Kapital im Lauf der Jahre entwickeln soll.
6. Wie genau nimmt es der Anbieter mit der Transparenz?
Egal, ob Sie ganz streng nach ethischen und/oder ökologischen beziehungsweise klimabewussten Kriterien investieren möchten – fragen Sie den Anbieter, wie er es mit der Berichtspflicht hält.
Welche Informationen können Sie einmal jährlich erwarten? Wird Ihnen der Anbieter beispielsweise mitteilen, wie viel vom angesparten Kapital nach ethischen oder ökologischen Kriterien investiert ist? Und wird er auch detailliert aufschlüsseln, welche Kriterien er anlegt?
7. Auch mit einer „grünen“ beziehungsweise klimafreundlichen Altersvorsorge müssen Sie ihre Versorgungslücke zuverlässig schließen können.
Lassen Sie sich deshalb exakt vorrechnen, wie hoch die garantierte Mindestrente sein wird und wie viel Überschusserträge Sie – unter Zugrundelegung der aktuellen Marktverhältnisse und auf der Basis bisheriger Entwicklungen – in ein, fünf, zehn oder 30 Jahren voraussichtlich erwarten können. Fragen Sie dabei nach, ob der jeweilige Anbieter die dabei einkalkulierte Rendite in der Vergangenheit auch immer erreichen konnte.



















